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Jul 22, 2016

Wie man eine 11-stündige Busfahrt überlebt

🚌🚀🎭

Auch für diejenigen, die nicht im Club der Fernbeziehungen sind wird dieser Tag kommen: Eine Langstrecken-Busfahrt mit fantastischem Ziel steht an. Jetzt nicht falsch verstehen – die derzeitigen Angebote mancher Buslinien sind ja mega gut (vor allem dann, wenn man mehrmals im Monat dann pendelt) und unkompliziert, aber dass einem den restlichen Tag noch der Allerwerteste an die Sitzsituation erinnert ist ja eher suboptimal. Glückwunsch, wenn ihr dieses Debakel nicht alleine sondern mit Freunden durchstehen dürft, denn das bedeutet Spaß, Spaß, Spaß! Bei mir herrschen auf jeden Fall immer gemischte Gefühle, von unbändiger Freude über das Wiedersehen bis zum niederschmetternden Granz weil das Steißbein im weg ist. Da ich meistens alleine unterwegs bin, habe ich aber schon den ein oder anderen Trick angewendet und No-Go’s herausgefiltert, um die Fahrt entspannter zu gestalten.

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1. Nackenkissen & Co sind deine besten Freunde

Erinnere ich mich an die Zeiten ohne Nackenkissen, Schlafmaske und “Decke”, verzieht sich meine Miene etwa so 😩.  Falls ihr keine talentierten Busschläfer seid, sind also folgende Gimmicks relevant: Ein Nackenkissen, am besten sogar eines mit härterer Füllung denn dann ist dein Kopf stabilisiert! Stützstrümpfe, jawoll, denn deine Venen werden es dir danken! Also seid einfach vorsichtig falls ihr thrombosegefährdet seid und zieht die doofen Strümpfe an. Schlafmaske! Damit seid ihr Busfahr-Profis und jegliche Straßen-, Bus- oder Smartphonelichter können euch nichts anhaben. Nada. Etwas zum Zudecken, weil die Temperaturen völlig willkürlich sind! Es reicht zum Beispiel auch ein wolliger Cardigan, den ihr am Zielort eh tragen wolltet. Oropax, weil es schnarchende Menschen gibt, und wenn du Pech hast, ist es die Person neben dir. Hätte ich mal bei meiner letzten Fahrt welche mitgehabt. 🗣😫

Tipps für die Reise mit dem Fernbus

 

2. Buche einen Nachtbus

Falls möglich, buche den Nachtbus! Du verschwendest so untertags keine Zeit, denn wer arbeitet denn auf gefühlten 20 Quadratmetern? 10 Stunden Lesen macht auch keinen Spaß und wenn die Sonne durchs Fenster brennt ist Schlafen eher schwierig. Der Vorteil der Nachtbusse: (Fast) alle Mitfahrenden wollen auch schlafen und sind nicht ewig lange am Telefon oder hören so laut Musik, dass ihr es durch die Kopfhörer mithören könnt. Auch wenn die Busfahrer manchmal penetrant das Licht anlassen, bleibt entspannt. Ihr habt ja eure Schlafmaske. Es gibt auch viele Nachtbusse, die dann einige Stopps auslassen und direkt zum Ziel fahren, da solltet ihr vorher unbedingt recherchieren!

 

3. Willst du wirklich diese Bustoilette verwenden? #idaudit

Auch wenn der Busfahrer am Anfang in seiner Durchsage erwähnt, dass etwaige Kloangelegenheiten bitte sauber und “nachher benutzbar für alle” abgehalten werden sollten, ist es doch immer eine große Überwindung für mich, die Bustoilette zu verwenden. Weiß auch nicht, erstens fühlt man sich wie in einem Ufo und irgendwie ergreift mich auch immer die Panik, dass das ganze irgendwann explodiert. Richtige Klo-Alpträume halt. Deshalb hab ich angefangen, wenig Wasser zu trinken im Bus weil sonst passiert es wieder, dass ich von 4:30 bis 7:30 darauf warte, dass meine Sitznachbarin aufwacht und ich auf die Latrine kann, bevor meine Blase ein Massaker anrichtet. Don’t drink and drive!

 

4. Immer schön das Ziel vor Augen behalten.

Schon wieder ein Zwischenstopp und den gerade frei gewordenen zweiten Sitz müsst ihr euch leider doch teilen? That’s bus-life. Jeglicher Hoffnungsschimmer auf mehr Freiraum wird zerstört. Dann tut es gut, sich immer im Hinterkopf zu behalten und vielleicht zwischendurch eine süße SMS zu schreiben. :)

 

5. Sei nett zu den anderen Busgästen!

Das Schlimmste was einem passieren kann und all die zusammengekratzte Gemütlichkeit zerstört ist eine ruckartig zurückgeschobene Lehne. Alter, da könnte ich jedes mal Durchdrehen! Da ist der Platz eh schon so klein und dann schiebt der Vordermann oder die Vorderfrau ihre Rückenlehne so weit zurück, dass sie dir eigentlich am Schoß liegen könnte. Ich sag ja nichts gegen ein paar Zentimeter, das habe ich selbst auch ausgetestet und als erträglich für die Person hinter mir befunden. Tut es nicht! Beziehungsweise: Bittet die Person vor euch, die Lehne doch nicht allzu weit zurückzustellen. Im Normalfall lässt sich alles durch ein paar freundliche Worte klären. Dass Burger, Fleischkassemmerl und Co nicht in den Bus gehören, versteht ihr ja sowieso alle. Ist einfach nicht so toll wenn alle daran teilhaben. (Moralapostel Ende)

 

6. Don’t trust the WIFI!

In der von mir gewählten Buslinie scheint dieses WIFI ja nicht mehr zum Gesamtpaket zu gehören. Zumindest wird die Generation Smartphone einfach ihr selbst überlassen und nachdem man eine andere Ländergrenze überschritten hat kommt das große Ungewisse. Unterhaltungen werden abrupt beendet und deine Social Media Kanäle sind jetzt erstmal auf Eis gelegt. Weil wir Smombies ja immer gern online sind, gibt es hier einen regelrechten Ausnahmezustand dem man mit einiger Vorbereitung ausweichen kann: Aktualisiere vor der Fahrt deine iTunes/iPod Musikbibliothek, dann bist du mit Musik gegen Langeweile gewappnet. Wie wäre es mit einem Magazin? Bilder angucken und ein bisschen lesen geht doch immer, vor allem kann man sich super inspirieren lassen. Ich würde fast meinen, stricken oder häkeln wäre auch eine Option, aber Naden und unkontrolliertes Bremsen ist dann wohl eher doch keine gute Idee. Und auch wenn der Platz nicht so groß ist, ein kleiner Laptop und ein schöner Film (kein Stream, versteht sich) haben vielleicht sogar Platz! Na, ihr habt doch bestimmt auch noch abseits von Schlafen Ideen, wir ihr die folgenden Stunden rumbringen könnt :)

 

 

7. Jogginghose!

Wenn du erstmal in Jeans im Bus sitzt, wirst du es bereuen.

 

8. Habt ihr noch Tipps?

Ich bräuchte nämlich unbedingt so etwas in die Richtung wie Schäfchenzählen, damit ich auch mal mehr als 3 Stunden Schlaf während der Busfahrt bekomm!

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