Loading
Nov 18, 2016

#gogreen | Fair game with fair bags

Gerade ein paar Tage zuvor hab ich mit meiner Freundin Sarah über den Kauf von nachhaltig produzierten Waren gesprochen. Dass sich alles ein wenig einfacher liest und (vor allem) schreibt, die Umsetzung sich aber weitaus schwieriger gestaltet. Es fängt schonmal damit an, dass in einer kleinen Stadt wie Innsbruck die Konzerne einfach omnipräsent sind, quasi an jeder Ecke. Der Zugang zu Mode abseits des Mainstreams wird somit erschwert und die erste Hürde steht an: Man muss sich gut informieren. Sehr gut sogar. Man kommt dann immerhin zu dem Schluss, dass man wohl im Internet bestellen muss – aus nachhaltiger Sicht auch nicht so cool. Man muss halt, wie so oft im Leben, abwägen. Aber – und was wäre so ein Einstieg in dieses Thema ohne aber – wir sind, glaube ich, auf einem guten Weg, sich für fast fashion zu sensibilisieren. Dabei ist es egal, wie groß oder klein der erste Schritt ist, Hauptsache er wird gemacht!

kitschick-fair-fashion-bags-online-guide-sustainability-verena-bellutti

Step by Step ist ein guter Anfang

Man kann es anders machen und es ist nicht schwer. Und man muss nicht perfekt sein. Eco-Fashion-Brands oder Labels mit nachhaltiger Philosophie gibt es dank der immer größer werdenden Nachfrage immer mehr. Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt, wenn man sich Philosophie, Herstellerinformationen und Materiallisten durchliest. Ich beschäftige mich ja schon seit geraumer Zeit mit der Idee des nachhaltigen Konsums, besuchte die Ethical Fashion Show und versuche auch in kleinen Schritten, mein Leben nachhaltiger zu gestalten. Der erste Schritt ist dabei für mich bei jedem Produkt: Brauche ich es wirklich? Je mehr ich über fast und slow fashion grüble und mit anderen darüber spreche, hat sich auch mein Kaufverhalten geändert. Ich kaufe viel weniger als davor und lege mehr Wert auf gute Materialien. Die zweite Frage, die für mich ein Schlüsselerlebnis war ist: Wie lange muss ich arbeiten, um das zu bezahlen? Das ist die krasseste Methode, um Dinge nicht zu kaufen. Bis jetzt habe ich aber noch kein Kleidungsstück einer fairen Marke gekauft – bis dato habe ich nichts gebraucht, was angeboten wurde, ich habe Secondhand gekauft oder mir hat für das Ein oder Andere dann das Kleingeld gefehlt. Weil ich für meine Fahrten zwischen Innsbruck und Berlin definitiv eine Tasche brauchte, am besten einen Weekender, habe ich mich für die Marke Verena Bellutti entschieden, die ich zwischen Matt & Nat, The Reformation und Future Glory zu meinen Highlights in Sachen Fair Bags zähle.

kitschick-fair-fashion-bags-online-guide-sustainability-verena-bellutti-mattandnatt-reformation2
1 VERENA BELLUTTI  // 2 FUTURE GLORY // 3 MATT & NAT // 4 MATT & NAT // 5 VERENA BELLUTTI* // 6 VERENA BELLUTTI // 7 THE REFORMATION //

Verena Bellutti – more than bags

Vegan, upcycling, robust. Klassisch aber individuell geben sich die Verena Bellutti Taschen, deren Namensgeberin Verena Bellutti übrigens aus Innsbruck stammt und dort lebt. Ich habe Verena schon bei verschiedenen Events und auch bei Kaffee getroffen und mit ihr geplaudert – die Jungdesignerin ist einfach super sympathisch und lebt ihre Vision. Ihre Idee, aus dem Überschuss der Belutti-Planen Taschen zu entwerfen, verwirklichte sie 2014 nach dem Abschluss der AMD in München und ist seit jeher ein Steckenpferd inmitten der nachhaltigen Brands. Die Taschen sind nicht nur äußerst robust und wasserfest, sie sind auch super praktisch was kleine Designfeatures angeht, wie Handytaschen oder Schlüsselanhänger. Eine Bandbreite an  Farben und das coole PVC Material lassen für jeden Geschmack die Augen glänzen, und ich hab mich Hals über Kopf in den Weekender verliebt! Die perfekte Größe für Pendelfahrten und Kurztrips. Und das beste daran: Es gibt ein extra Fach für Dreckwäsche. Hallo? Genial! Darüber hinaus werden die Taschen unter fairen Bedingungen in der EU mit einzigartige Handarbeit produziert. Mehr über Verena Belutti erfährt ihr online www.verenabellutti.com

Matt & Nat

Für Minimalisten die es vegan mögen: Die Taschen von Matt & Nat werden aus ihren speziellen veganen Ledersorten hergestellt, wie zum Beispiel recyceltes Nylon, Kork oder Kautschuk und auch aus Polyurethan. Das Innenfutter besteht zu 100% aus recycelten Plastikflaschen. Cool? Ja! Dass Mat(t)erial und Natur für die Brand wichtig ist, kann man ferner aus der Namensgebung erkennen. Preis-Leistung ist hier mehr als okay, größere Taschen gibt es nämlich schon ab ca. 100€. Die Produktion findet in ausgewählten Betrieben in China statt, was im ersten Moment irgendwie befremdlich klingen mag, jedoch halten diese die Philosophie und die Werte von Matt & Nat sehr hoch – es scheinen keine Fabriken zu sein, wie man sie aus den Dokumentationen kennt. Wenn ihr euch selbst näher informieren möchtet, schaut unbedingt auf ihre Website www.mattandnat.com

The Reformation

Eine der wohl besten nachhaltigen Alternativen zu Topshop und Co., wenn man Lust auf aktuelle Trends hat. Der Großteil der Kollektionen wird in Los Angeles designed und produziert, und der Rest in Fabriken verstreut in den U.S. Zertifikationen wie das BlueSign oder ÖkoTex findet man hier auch für die Färbepraxis, außerdem wird weniger Müll von z.B. Zuschnitten produziert, der dann auch recycled wird, und deutlich weniger Wasser verwendet als bei anderen Marken. Im RefScale bekommt man einen detaillierten Überblick. Auch wenn die Taschen aus Leder gemacht werden – womit ich prinzipiell kein Problem habe, wenn kein “Billigleder” verwendet wird – die Idee hinter The Reformation ist toll, transparent und erschwinglich. Genaue Details und einen Überblick über die Produktion findet ihr auf der Website www.thereformation.com

 

Future Glory

Die im Preissegment etwas höher liegende Marke Future Glory sitzen mit ihrer Manufaktur in San Francisco und haben es sich zur Aufgabe gemacht, Sozialprojekte zum Gunsten von Frauen zu unterstützen. Bei diesen Projekten geht es vor allem darum, Frauen zu schützen, die sexuellem Missbrauchen durchleben mussten oder durch Menschenhandel (z.B.: Zwangsprositution) betroffen sind und waren. Vielleicht sogar eine der wichtigsten Brands im Moment, wenn man das U.S. Wahlergebnis sieht. Die Taschen sind extrem schön, leider nicht vegan. Das verwendete Leder betiteln sie als “by-product of the food industry”, was zumindest erörtern lässt, dass sie auch hier einen nachhaltigen Hintergedanken hegen. Die Philosophie der Marke finde ich überaus wichtig, wieso sie auch hier vermerkt ist obwohl Leder verwendet wird. Mehr Infos findet ihr online. www.futureglory.co

 

Auf INTO MIND, mein Lieblingsblog wenn es um Minimalismus und Nachhaltigkeit geht, hat Anuschka Rees diese Tabelle entwickelt. Man fängt natürlich ganz unten an und arbeitet sich dann nach oben. Macht Sinn, oder?

5waystobuildamoreethicalclosetnomatteryourbudget

by Anuschka Rees, into-mind.com

—-

Weitere interessante Links zum Thema Fast Fashion und Nachhaltiger Mode:

8 Reasons to Rethink Fast Fashion
The Neurological Pleasures of Fast Fashion
Fast Fashion. Die Schattenseiten der Mode
The Good Trade (Blog)
Ausbeutung von syrischen Flüchtlingen (Zara & Asos)
Der Fall Zara: Modekette klaut Illustrationen
5 Ways to Build a more Ethical Closet


Der Weekender von Verena Bellutti wurde mir zur Verfügung gestellt. Danke <3

Leave a comment