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Aug 27, 2015

Wiesenrock 2015: Es grünt so grün

Dass es in Tirol einmal ein zweitägiges Festival gibt, das gute Musik, “Treffen mit Freunden” und Nachhaltigkeit verkörpert, ja da musste man schon sehr optimistisch sein. Aber dass sich das Wiesenrock vom Geheimtipp zur grünen Größe entwickelt hat, kommt auch nicht von irgendwo. Dahinter stehen fleißige und zahlreiche Freiwillige, die das Projekt Global 2000 Wiesenrock mit ihrer Zeit und Hingabe unterstützen. Man sieht den Unterschied zum letzten Jahr: Die “Agora” wurde zur großen Spielwiese mit Straßensperrung, das Festival ist zweitägig und hat einige Green-Event-Abzeichen dieses Jahr gewonnen. Das Wiesenrock ist für mich jedoch kein Festival der gängigen Art, gerade heuer ist es mir aufgefallen, wie familienfreundlich und sauber (und unbesoffen) es hier zugeht. Woran liegt das? Ich würde meinen, am Respekt zur Organisation des Events, und immerhin durften ja auch keine Getränke mitgebracht werden. Leise Stimmen munkeln, wie es denn nächstes Jahr weitergehen soll. Noch grüner? Geht das überhaupt?

Zurück zum Kirchplatz in Wattens: Die Spielwiese war bezaubernd. Eltern spielten mit ihren Kindern Straßenschach, Freunde saßen zusammen beim Kaffee von Joul’s Kaffeesiaderei. Das Angebot war vielfältig – es wurde an Veggies wie Fleischliebhaber gedacht. Auch ein kleiner Markt war zu finden, an dem ich letztes Jahr auch noch teilgenommen habe, aber “dieses Jahr nur Presse“. Überall wurden Freunde und Bekannte gesichtet, Innsbruck hat sich für einen Tag nach Wattens verfrachtet. Die Jungs von Wanda sind uns in die Arme gelaufen Schrägstrich, wir kleinen Fangirls sind ihnen aufgelauert und haben um ein Foto gebettelt. Im Innenhof der Hauptschule saßen/lagen viele BesucherInnen schon auf der Wiese und lauschten den ersten Bands. Bald fing Schafe und Wölfe an, die nicht wirklich meinem Geschmack entsprachen aber durchaus charmant waren. Freunde hatten mir schon gesagt, dass es hier drinnen DAS Falafelsandwich geben soll, also nichts wie hin und den knurrenden Magen beruhigen. Und ich sag euch, das war super! Wie beim dottore, wo du sagst was du reinhaben möchtest, nur waren die Zutaten alle irgendwie fancy und schmackhaft. Kresse, Schafkäse und das Chutney durften bei mir keinesfalls fehlen. Während dem Schmatzen konnte man auch herrlich die Deko bewundern: Wimpelketten für die lauschige Himmelsatmosphäre und viele selbstgemachte Schilder. Ist doch schön, wenn man sich auch um das Ambiente ordenlich Gedanken macht!

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Es mag jetzt alles ein wenig verherrlichend klingen, wie süß und gemütlich ich das Wiesenrock finde. Am Festival selbst habe ich noch nicht ganz in diese Richtung resümiert, denn alleine die Anfahrt war schon ein wenig nervenraubend. Die Shuttlebusse, die gratis waren, fuhren für meine Verhältnisse viel zu früh und das Ticket nach Schwarz im Regionalbus waren auf die Karte nochmal 4,40€ drauf – und man sollte ja möglichst nachhaltig anreisen. Ich will auch gar nichts vormachen, ich hatte einen Presseausweis und habe nichts für das Ticket bezahlt. Für mich wäre es ansonsten auch eher ein etwas teureres Wanda-Konzert mit romantisch-verspielter Outdoor-Atmosphäre geworden, denn die restlichen Bands haben mich eher weniger interessiert. Überrascht wurde ich dann aber doch von The Majority Says, wo schimmernde Klänge und Seifenblasen vorherrschten. Der Regen machte allen zu schaffen, die nicht so professionel wetterfest wie eine beträchtliche Menge der Leute gekommen war. Ich mit meinem Jackerl war relativ schnell durchnässt, wenn man den Schirm aufspannen wollte, wurde man angemault – auch wenn man im hinteren Viertel stand. Deswegen war ich nach Wanda auch schon auf dem Sprung und verpasste den Headliner Friska Viljor, die ich aber eh schon vor einigen Jahren in Innsbruck sehen durfte. Das war jetzt der etwas zähe Beigeschmack meines Wiesenrock Erlebnisses. Ob man an der Transportsituation zukünftig was ändern kann, ist fragwürdig, aber sicher nicht unmöglich. Und nächstes Jahr nehm ich mir auch bestimmt einen Regenmantel mit, um niemanden die Sicht zu nehmen, jawohl.

Ganz besonders gespannt bin ich aber, wie sich Projekt Wiesenrock in den nächsten Jahren noch entwickeln wird. Wir haben mit diesem tollen Green Event eine Perle in Tirol gewonnen, die wir auch behüten sollten. Also fleißig zu den Warm Up Partys (heuer am Wiltener Platzl) und Side-Events gehen, weitersagen, und nächstes Jahr schnell beim Kartenvorverkauf sein ;)

 

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